Schweizer Alpen Club Sektion Manegg Zürich
Frühlingsklettern im welschen Jura 14./15. April 2010


Nach dem echten Wintererlebnis auf der Schneeschuh-Tour im Glarnerland haben wir uns alle sehr nach dem Frühling mit warmen Felsen gesehnt. So war es nicht weiter erstaunlich, dass sich 15 Kinder und 11 Erwachsene von Gian-Andri Tannò und seiner Familie in den welschen Jura zum Klettern bewegen liessen.

Nach einer gemütlichen Zugfahrt nach Biel war das Umsteigen in den Regionalzug nach Malleray umso hektischer: haben wir auch ja alles: Kinder, Seile, Essen?

Komfort darf sei und so liessen wir die schweren Rucksäcke mit einem Taxi bis zur Hütte schon mal voraus fahren. Nach einer ersten Etappe, wen wunderts haben wir schon gemütlichen Rast gemacht und die Sonnenstrahlen im 1 Juratal genossen. Aber Achtung: die Bise bläst im Jura ganz besonders stark an man merkt bald hinter welcher Tanne der Windschutz am besten ist. Nach einem steilen Waldstück sind wir dann mit einer extrabreiten Aussicht über das ganze Mittelland belohnt worden. Die Cabanne de la Rochette ist wunderbar gelegen und mit einem Kinderspielplatz mehr als familientauglich: wenn nur diese seltsame Sprache nicht wäre!

Den Eltern würde eben Frühfranzösisch auch gut tun…

Aber keine Angst, wenn es ums Essen geht, verstehen sich alle!

Die Kletterfelsen waren gar nicht so einfach zu finden, ragt doch nur ein kleiner Felsriegel aus den Juraweiden, welche erst noch dick unter dem Schnee lagen. Der Felsriegel ist wie unsere Kinder ein Bijou: nicht zu hoch, sehr übersichtlich und auch mit einer obligaten Feuerstelle versehen. So war es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass Einige vor lauter Klettern fast vergassen zurück zur Hütte zu gehen. Alles halb so schlimm hatten wir doch auch eine veritable Küchenmannschaft mit dabei, welche uns allen ein feines Znacht gekocht hat.

Neben der Action mit den Kids gefallen mir die gemütlichen Hüttenabende mit den Eltern wenn dann mal alle Kinder schlafen ganz besonders gut. Und wirklich, man redet dann wenig über Kinder!

Am nächsten Morgen war der Frost rasch von den Wiesen weg und wir konnten nochmals richtig das Klettern und Abseilen geniessen. Wer aber meint, dass Kinder dann mal müde sind der irrt. Mit einer feinen Wurst im Bauch lässt sich nämlich herrlich Seilzeihen, fast bis das Seil zerreist!                                            Otmar Hofer

 

 

 
< Zurück   Weiter >
Advertisement
Advertisement