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Gletschertrecking Unterwallis 17.- 20. Juli 2008 |
Gehen ein Spanier, ein Engländer, ein Franzose, zwei Deutsche und ein Schweizer in die Berge. Ausnahmsweise beginnt so kein Witz, sondern das Gletschertrekking 2008 mit Günther Schneider. Über Martigny und Orsières mit dem Saint-Bernard-Express (der mit dem Hundli) bis zum Campingplatz La Fouly im Val Ferret, in der Schweiz ganz unten links vom Mond aus gesehen. Einen Mond sehen wir in der ersten Nacht leider nicht, denn beim Aufstieg zur Cabane de l`A Neuve (2730m) beginnt es zu regnen. Die charmante Hüttenwirtin Martine empfängt uns mit Zimttee und Holzfeuer.Wir haben die Hütte ganz für uns, nachdem die 40 italienischen Jugendlichen vom Vortag gerade abgereist sind. Trotzdem bleibt die Stimmung gedämpft, der Regen prasselt auf das Dach. Wenigstens schneit es nicht. Tag zwei beginnen wir im Nieselregen. Mit GPS (Günther’s Pathfinder System) durch den Nebel bis zum Col de la Grande Lui, dem Übergang auf die benachbarte Gletscherregion. Am höchsten Punkt auf 3419 Meter brennt die Sonne endlich die Wolken weg und macht den Blick frei auf einen 40 Grad steilen Abstiegshang mit losem Gestein. Dank Seilsicherung gelingt der Abstieg, wenngleich wir damit gefühlte drei Stunden verbringen. Über den Glacier spuren wir unseren Weg zur Cabane de Saleinaz (2690m). Eine Gletscherspalte müssen wir via Schneebrücke überschreiten, aber alles geht gut. Nach fast 9 Stunden erwartet uns Tee ohne Zimt und Würstli mit Nudeln. Mit Blick auf die Aiguille d'Argentière (3896m) sinken wir in einen wohlverdienten Schlaf. Tag drei startet wolkenlos mit dem Abstieg zum Gletscher. Über Blankeis und die Gletschermoräne gehen wir zum Fenêtre de Suzanne. Einmal kurz gebückt, und wir sind unter der Susanne durch. Weiter bergan bis zum Fenêtre de Saleina. Wir erreichen auf 3261 m den höchsten Punkt des Tages. Der Blick öffnet sich Richtung Trient, ein gigantisches Schnee- und Eisplateau. An dessen Ende thront die Cabane du Trient (3180m), ein beliebter Ausgangspunkt für einfache Hochtouren und Kurse. Die Durchquerung des Plateau du Trient kann im Hochsommer um die Mittagszeit sehr mühsam werden, wir haben noch Glück, der Schnee ist nicht zu weich. Nach 6 Stunden schon sind wir am Ziel. Jetzt ein Mittagsschlaf. Inzwischen verschlechtern sich die Bedingungen, starker Wind kommt auf und die Aiguille du Tour verschwindet in Wolken. Gut, dass wir keinen Gipfel versucht haben. Für Tag vier entscheidet die Tourenleitung, den Abstieg direkt anzugehen. Weiterhin starker Wind und verhüllte Gipfel verhindern Grösseres. Nach einer Stunde erreichen wir die Cabane d'Orny, ein beliebtes Ausbildungszentrum und Ausgangspunkt für Klettertouren. Die nahegelegene Le Portalet Nordwand war vor 30 Jahren ein Höhepunkt der Eiskletterei und ein Muss für viele Alpinisten. Jetzt ist das Eis weg und die Wand bröckelt. In weiteren zwei Stunden wird die Bergstation von La Breya oberhalb Champex erreicht. Der Sessellift bringt uns ins Restaurant und das Abschlussbier winkt. Dank an Günther S. für die gelungene Mischung aus Herausforderung und Erholung! Martin B.
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