Schweizer Alpen Club Sektion Manegg Zürich
Wintergebirgskurs in Partnun, St. Antönien 10./11. Jan. 2009
Freitagabend, wir sitzen gespannt im Tram Nr. 2 und durchqueren die
ganze Stadt mit den Gedanken, was uns im Hotel Spirgarten wohl erwarten
wird. Anschaulich bringt uns dort Stefan das Thema Schneedeckendiagnose
näher. In Erinnerung bleibt uns: Wenn HELI kommt, bleib stehen
bis er dich berührt! ;-)
Am Samstagmorgen, zeitlich etwas knapp, erreichen wir im Hauptbahnhof
Zürich den vereinbarten Treffpunkt. Kein SACler weit und breit zu sehen
- oder erkennen wir sie schlichtweg nicht wieder? Gar nicht so einfach,
die Leute von gestern Abend heute in Skiklamotten zu erkennen. Erst im
Zug von Landquart nach Küblis entdecken wir zum Glück nun endlich die
bekannten Gesichter und wir Neulinge gesellen uns dazu. Beim Parkplatz in
St. Antönien trifft die kleine ÖV-Gruppe auf die zahlreicheren Autofahrer
und schon sind wir 30 neugierige Berggänger, die den Weg zum Berghaus
Alpenrösli einschlagen. Nach einem heissen Punsch heisst es: «Abmarsch
in 2,5 Minuten!» In 6er Gruppen, wobei «Konkubinate und mehr» getrennt
werden (zum Glück sind wir nur gute Freundinnen☺), beginnt der praktische
Teil mit vier Posten.
LVS suchen bei Günther: Da fragen wir Anfänger uns, wie kommt das
LVS so tief in den Schnee ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Die
Tücken des Suchens mit verschiedenen Gerätetypen und das Schaufeln
erleben wir hautnah und es wird uns bewusst, dass dies immer wieder
geübt und trainiert werden muss. Zum Schluss entdecken wir auch das
lange schwarze Rohr und unsere Frage vom Anfang ist geklärt!
Nach der Mittagspause erfahren wir Wissenswertes von Markus über
den Bergungstod und die medizinische Versorgung von Lawinenverschütteten.
Tamara präsentiert uns den ABS-Rucksack.
Weiter geht’s berghoch mit Marc. Die Spitzkehre muss gelernt sein und
mit einigen hilfreichen Tipps wird sie bald von der ganzen Gruppe mehr
oder weniger problemlos ausgeführt. Eine offenbar wichtige und interessante
Erfahrung soll das Abfahren mit den Fellen und offener Bindung sein,
oder wollte sich Marc einfach nur amüsieren?
Mit Hans Rutschkeil bauen, der nicht rutschen will. Erst nach Vorbereitung
und mit massiver Zusatzbelastung des «gumpenden» Markus rutscht
noch immer nur ein kleiner Teil des Keils, dafür Markus umso mehr. Uff,
Glück gehabt, er landet sanft im weichen Schnee!
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«Ich packe in meinen Rucksack» mit Stefan: Taschenlampe!, Notfallapotheke,
Kabelbinder, Schnur… Manch ein Tourenteilnehmer wird wohl
schon froh gewesen sein über all die interessanten und hilfreichen Dinge
die Stefan aus seinem Rucksack zaubert.
Am Abend lernen wir bei gemütlichem Zusammensein und feinem Essen
viele Teilnehmer besser kennen. Es wird viel gelacht, geschwatzt und
bei Vollmond im Spa gebadet. Unser Abend geht mit einem Flämmli zu
Ende. Müde und zufrieden fallen wir ins Bett und sind gespannt, was uns
am Sonntag wohl alles erwarten wird.
Nach ausgiebigem Frühstück geht’s weiter in den selben 6-er Gruppen
wie am Vortag.
Biwak bauen mit Beatrice. Die Bedingungen sind nicht einfach. Schnee,
der sich anfühlt wie Sand, ist bestimmt nicht die optimale Bausubstanz.
Trotzdem versuchen wir unser Glück und mit vereinten Kräften buddeln wir
was das Zeug hält. Plötzlich sind die Wände zu dünn oder die Skier, die als
Dach dienen zu kurz!!! Aus unerklärlichen Gründen stürzt alles ein und
schon wieder muss Markus dran glauben. Er wird von Schnee und Skier
begraben, wir können ihn jedoch ohne Blessuren bergen.
Nach dem Mittagessen schreit Benno plötzlich: Lawine, Lawine!!!! Wir
üben den Ernstfall eines Lawinenunfalls und erfahren, wie schwierig es ist
eine grosse Rettungsgruppe zu koordinieren und Mehrfachverschüttete in
steilem Gelände zu bergen. Trotzdem finden wir in 30 Minuten fünf Verunglückte
und Benno erholt sich langsam von seinem Schock.
Auf dem Heimweg gibt’s eine kleine Abschlusstour. Bevor wir ins Postauto
steigen «gömmer no eis go zieh» und lassen das tolle Wochenende
ausklingen. Müde und erfüllt fahren wir im Zug nach Hause und freuen uns
auf die nächsten Touren mit dem SAC Manegg.
Herzlichen Dank an alle Leiter für dieses schöne und lehrreiche Wochenende
bei perfekten Wetterbedingungen mit viel Action und Fun. Uns
bleibt es in super Erinnerung. Sandra  und Riccarda
 
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