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Tourenwoche Pyrenäen 31. Januar bis 8. Februar 2009 |
Wer sagt, dass in Spanien immer nur die Sonne scheint? Dass das Land viel mehr zu bieten hat, konnten wir während unserer Skitourenwoche anfangs Februar in den Pyrenäen erfahren. Am Samstag, dem 31. Januar brachen wir mit unserem kleinen, extra für diese Unternehmung gemieteten Transporter, gen Westen auf. Man sah ihm nicht unbedingt an, wie mühelos sich darin neben neun Personen eine fast kein Ende nehmende Reihe von Skis, Rucksäcken, Taschen und Skischuhen unterbringen liess. Zuerst waren wir freilich nur zu acht; den neunten Mann, den ständigen Vertreter unserer Sektion in London, Jonathan, trafen wir am frühen Abend in Toulouse. Durch eine zunehmend hügligere, dann bergigere Landschaft fuhren wir am nächsten Tag über die spanische Grenze bis ins (grosszügig mit Ferienwohnungsanlagen ergänzte) Dörflein Salardú im Arantal im Herzen der 15 Pyrenäen. Als tüchtige und pflichtbewusste Alpinisten konnten wir es nicht lassen, noch am Ankunftstag einen ersten Ausflug auf Skis zu unternehmen. Als Ziel hatte Günther den Tuc (so heissen dort die Berge) de Marimanha (2'628m) ausgegeben. Da waren wir natürlich neugierig. Bei Sonnenschein, wie man es in Spanien nicht anders erwartet, zogen wir am östlichen Rand des Skigebietes von Baqueira die Felle auf und liefen los. Nach und nach bewölkte sich jedoch der Himmel, und je näher wir dem Gipfel kamen, desto benebelter und getrübter wurde der Blick. Bei schliesslich stürmischem Wind, Schneefall und nur noch sehr eingeschränkter Sicht fanden wir, dass dies schon ein schöner erster Ausflug gewesen sei und fuhren bei sich bald wieder bessernden Sichtverhältnissen durch tiefen Schnee zu Tal. Mit den spanischen Gebräuchen kamen wir schon am ersten Abend gut zurecht: Wir verschafften uns erst einmal einen gründlichen Überblick über das Angebot an Tapas und gingen dann zu angemessener Stunde über, ausgiebig zu dinieren. Klimaveränderungen wirken ja sehr Appetit anregend, was die Organismen zweier unserer Leistungsträger eindrücklich veranschaulichten. Am folgenden Tag stand bei heiterem bis leicht bewölktem Himmel der Tuc dera Pincèla (2’546m) auf dem Programm. Wir erreichten seinen Gipfel - die letzten Meter auf verblasenem Rücken zu Fuss - gerade noch rechtzeitig, um ein wenig Ausschau in die uns neue Umgebung zu halten, bevor uns eine sich rasch nähernde Wolkenwalze mahnte wieder abzufahren (wobei wir im unteren Teil einen grossen Bären, der sich mit beachtlicher Geschwindigkeit durch den tiefen Schnee bewegte und der vielleicht auch ein Wildschwein war, beobachten konnten). Das auch am nächsten Morgen noch anhaltende Schneegestöber veranlasste uns nachzusehen, ob das Wetter auf der anderen Seite des Vielhatunnels nicht besser wäre. Dort schien die Sonne! So verbrachten wir in Benasque eine kleine Siesta mit Sünnelen und/oder bei Bocadillos in einer Bar, wo uns die immer flimmernden Fernsehschirme einen schönen Überblick über die voraussichtliche Wetterentwicklung in Westeuropa, unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen kräftigen nordatlantischen zonas de baja presión gewährten. Den Sonnenschein nutzend stiegen wir noch am Nachmittag, zum Refugio de la Renclusa (2‘140m) auf, um am nächsten Tag einen Versuch am Pico de Aneto (3’404m), dem höchsten Punkt der Pyrenäen, zu machen. Vom Refugio Renclusa, dem man zugute halten muss, dass man erst vor einem Jahr damit begonnen hat, es als Winterherberge auszuprobieren, waren wir nicht alle gleichermassen begeistert. Als einzige Gäste bewohnten wir eine Art Penthouse, das mit Etagenbetten, Wolldecken und (funktionstüchtigen) Heizkörpern komfortabel ausgestattet war. Im grossen Speiseraum, der nicht beheizt wurde, war es zugegebenermassen etwas weniger gemütlich; mit 8°C lag die Raumtemperatur ungefähr in der Mitte zwischen dem, was man in einer Biwakschachtel und in einer bewirtschafteten SAC-Hütte erwartet. Unbeeindruckt von den kleinen Einschränkungen der Bequemlichkeit brachen wir am nächsten Morgen zu früher Stunde im Licht unserer Stirnlampen auf. Günther steuerte zielstrebig unter den Felsen der Crencha de los Portillones entlang dem Portillón Superior zu, zu dem wir mit Hilfe einiger unauffälliger Steinmänner auf Anhieb den günstigsten Zugang fanden. Der Blick in Richtung Aneto verhiess zunächst nicht viel Gutes. Die Gipfel waren in Wolken, der Wind blies stark. Wir liessen uns jedoch nicht verdriessen, banden die Skis auf den Rucksack und stiegen ein paar Meter zu Fuss von der den Zugang zum Aneto eröffnenden Lücke ab, bis das Gelände wieder flacher wurde. Die nächsten fünf Stunden waren die sonnigsten der ganzen Woche. Während wir langsam auf den Kulminationspunkt der Maladetagruppe zustiegen klarte der Himmel allmählich auf. Ein Gipfel nach dem anderen kam aus den Wolken hervor, und es bot sich schliesslich eine prächtige Sicht auf unser Ziel. Mit zunehmendem Höhengewinn (und abnehmender Distanz zu den Kämmen) wurde aber auch klar, in welchem Umfang während der letzten Tage Schnee bewegt worden war und wie mächtig manchenorts die Triebschneeverfrachtungen waren. Das steile Schneefeld, über welches das zum Gipfel führende Dach des Aneto zu erreichen ist, war unter diesen Umständen zu gefährlich. Weniger heikel war der Anstieg zum nächsten Nachbarn des Pico Aneto, dem Pico de Corones (3’298m), den wir ohne Schwierigkeiten über das «mittlere Col», den Colladio del Medio, erreichten. Wir genossen Aussicht, Abfahrt und noch weitere schöne, viel frischen neuen Schnee bringende Tage zwischen Benasque und Baqueira. Günther, Stefan und Sergio, der dafür sorgte, dass auch sprachlich nichts schief ging, danken wir ganz herzlich für die souveräne Organisation und Durchführung unserer Tourenwoche. Wir freuen uns auf’s nächste Mal! Günther, Stefan, Beatrice, Werner, Sergio, Martin, Ian, Jonathan, Wolfgang










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