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Ostern 10. – 13. April 2009 |
Geplant war eine viertägige, herausfordernde Skitour im Simplongebiet. Jedoch haben uns die
Wettervorhersagen diese verunmöglicht und unserem Leiter Urs gelang es in
letzter Sekunde eine Unterkunft in Disentis zu organisieren. Der Zivilschutzkeller der
Sportanlagen war perfekt gelegen: je knapp fünf Minuten zu den Bergbahnen auf
den Oberalpstock und in unsere Hausbar. Vor allem die Hausbar, das Nangijala, hat sich zu einem
zuverlässigen Treffpunkt für den nächtlichen Schlummertrunk entwickelt.
Die Vorhut, bestehend aus vier Autos traf sich am Freitagmorgen
auf dem Parkplatz vor der Kirche in Illanz. Es war früh und kalt. Urs schlug
vor den Titschal in Angriff zu nehmen. Nach einer kurzen Autofahrt nach St.
Martin bei Obersaxen nahmen wir die eher flachen 1’200 Höhenmeter in Angriff
und liefen über die Vorderalp zum Gipfel. Das Wetter war wunderschön, mit
drückender Sonne und nur wenigen Wolken am Himmel. Wir genossen den tollen
Ausblick auf die Tourenziele der kommenden drei Tage. Während sich unser
neuestes Mitglied leicht verunsichert eine Gipfelzigi ansteckte, wurde mir von
Sandy als Nachgeburtstagsgeschenk ein Bier überreicht. Das Leben kann kaum
schöner sein… Die Abfahrt bot alles zwischen lockerem, zusammengewindetem
Pulver und vereisten Hängen. In der Beiz gab es was zu futtern und trinken und
mit den ersten Bieren kam auch der Schlaf. So kam es immer wieder, dass einzelne
während eines Gesprächs einnickten. In Disentis stiessen dann noch weitere
ostertourwillige Manegger zu uns. Husch bezogen wir die Schutzräume, äh
Schlafzimmer, und schon ging es wieder los ins Dorf runter. Dort erwartete uns
das erste von drei festlichen Abendessen unserer Ski-, Wellness- und
Gourmettour.
Draussen rabenschwarze Nacht und trotzdem fingen alle um
mich herum an zu packen und wollten auf den Oberalpstock. Natürlich nahmen wir
die erste Bahn und erlebten gerade noch den Sonnenaufgang bevor wir in den
Nebel hinein befördert wurden. Nach einem kurzen Aufstieg liefen wir auf einem
Trampelpfad der Felskuppe des Piz Ault entlang und weil die Sicht miserabel
war, sahen wir auch nicht, wie steil und tief es rechts runterging. Dann wurden
die Skier auf den Rucksack gebunden. Wir kletterten auf Eisenstufen über den
Grat und fuhren auf der anderen Seite runter zum Brunnifirn. Der Aufstieg gestaltete
sich länger als man für nur ca. 600 Höhenmeter denken würde und wir trafen auch
immer wieder auf rutschige Stellen. Zwanzig Meter vor dem Gipfel verdrehte sich
Marc, unser Tagesleiter, bei einem dummen Schritt ein zweites Mal das Knie und
musste leider für die kommenden zwei Tage pausieren. Auf dem Gipfel sah man
weder den Tödi noch den Bristen. Nach den obligaten Gipfelküssen ging es wieder
runter. Die einen hatten ein bisschen länger um für die Abfahrt bereit zu sein
und die anderen fanden es dann doch zu kalt um so lange zu warten. Wir hielten
uns am westlichen Grat um die Lücke, welche uns ins Val Strem führte, nicht zu
verpassen. Der Schnee war stellenweise phantastisch und auch die Sicht wurde
zunehmend besser. Die Talausfahrt führte uns über zahlreiche Lawinenkegel
direkt zum Bahnhof Sedrun. In der Bahnhofsbeiz gab es neben Suppen und Wähen
vor allem auch ganz hervorragendes Calanda Bräu. Und dann machten wir uns
Richtung Bad auf. Während einige sich den Genuss des Wellnessbereichs nicht
vorenthalten wollten, trafen sich die anderen im eher kühlen, dafür aber
lebhaft gefüllten Sportbecken mit Rio Mare. Abendessen gab es im Hotel Alpsu
beim Capuns-Weltmeister. Das Rollen von Mangoldblättern hat hier lange
Tradition und so werden
alleine in diesem Hotel täglich über 400 Capuns konsumiert. Fast noch mehr
Eindruck hatte aber die hübsche achtunddreissigjährige Serviertochter bei
gewissen Herren hinterlassen.
Auch der dritte Tourentag startete frühmorgens und das schöne Wetter
konnte sich erneut nicht recht behaupten. Wir stiegen von einem Parkplatz in
Rueras aus durchs Val Mila Richtung Chrüzlistock auf. Links und rechts trafen
wir auf Dreck- und Schneelawinen, die es zu überqueren galt. Das letzte Stück
gebarte sich steiler und enger als die lange Talpassage. Wir lagerten Rucksäcke
und Skier unterhalb des Gipfels und erklommen die letzten Meter mit unseren
Steigeisen. Unsere Truppe musste sich aufteilen, da nicht alle gleichzeitig auf
dem schmalen Gipfel Platz fanden. Wir trafen auf ein solides Eisenkreuz, ein
Gipfelbuch und zeitweise machten die Wolken einer malerischen Aussicht in
Richtung Urnersee Platz. Bei der Abfahrt ergab sich ein spektakulärer Sturz im
steilen Hang, der sonst ohne grössere Schäden überwunden wurde. Wir rasteten
unweit von unserem Startplatz in trockenem Gras und gönnten uns das Mammut-Osterei,
welches Martin Urs als Dank auf dem Gipfel überreicht hatte. Der Höhepunkt des
Tages war sicherlich die Durchfahrt längerer Grasabschnitte mit viel Anlauf und
noch mehr Rücklage. Jetzt gönnten sich mehrere Manegger das volle
Wellness-Programm im Bad, inklusive Sonntagspresse und Liegestuhl in der
prallen Sonne. Das Abendessen war italienisch und wieder wurden mehrere
Flaschen aus der Bündner Herrschaft zu Gemüte geführt. Auch die Rindsfilets vom
heissen Speckstein mit Esslätzli schmeckten spitze! Wie jeder Abend endete auch
dieser im Nangijala. Nur
dieses Mal gab es dort noch ein bisschen mehr zu trinken als sonst und so
wurden zur späten Stunde noch verschiedene strategische Schritte für den SAC
Manegg in die Wege geleitet.Am
vierten Tag wurden zwei Touren veranstaltet. Eine anspruchsvolle führte auf den
Piz Giuv mit fast 1‘600 Höhenmetern. Die leichtere Tour startete in Fuorn und
unser Ziel war der Piz Ault. Just am Gipfel angekommen, hatte auch die andere
Gruppe den Giuv erreicht und wir konnten uns per Telefon gratulieren und theoretisch
zuwinken. Wir genossen noch ein wenig die Sicht ins Medelsergebiet und legten
uns dann in der Hälfte der Abfahrt für den wohlverdienten Mittagsschlaf auf die
Wiese in die Sonne. Wir trafen die andere Gruppe zu einem Abschiedsdrink in der
Bar unserer Unterkunft. Alle 18 Teilnehmer hatten gebräunte, zum Teil gar
verbrannte Gesichter und waren glücklich, so wunderschöne vier Tage miteinander
verbracht zu haben.
Christian B. 

 


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