Schweizer Alpen Club Sektion Manegg Zürich
Grand Combin 30. Mai 2009

Bei strahlend blauem Himmel fahren wir in Zürich morgens früh los und kommen im grössten Regen am Bergfuss an. Wir versuchen die nasse Zeit im schnuckligen Restaurant zu überbrücken, doch die Nässe lässt nicht nach. Uns bleibt nichts anderes übrig als uns in GoreTex zu packen, unsere Skischuhe auch noch irgendwie in unsere Rucksäcke zu wurschteln und schon geht es über nasse Blumenwiesen los Richtung Panossière-Hütte.

Tropfnass erreichen wir diese einige Stunden später und versuchen unsere nassen Kleider zu trocknen, genau wie alle anderen Hüttenbewohner. Am Abend geben die Wolken dann plötzlich den Blick frei auf einen wunderschönen Sonnenuntergang. Grund genug für Optimismus und folglich den Wecker auf vier Uhr morgens zu stellen.

Also stiefeln wir früh morgens im Dunkeln los - der Gipfel zeichnet sich gegen den Sternenhimmel ab. Nach ein paar Stunden „trümmeln“ im Halbdunkel geht endlich die Sonne auf und vermag für eine kurze Zeit den kalten Wind ein wenig milder zu stimmen. Aber die Freude währt nur kurz, denn wir steigen schon bald in die Nordostflanke ein und kraxeln die steile Wand hoch, mit den Skis auf dem Rücken. Schritt für Schritt. Mit jedem schmerzt die Wade ein bisschen mehr. Nachdem wir die Schlüsselstelle überwunden haben, fallen wir schon ein wenig müde oben aus der steilen Flanke raus, direkt auf das Plateau kurz vor dem Gipfel. Dieser scheint nun nur noch ein paar Schritte weg zu sein. Doch leider entpuppen sich die paar Schritte als nicht enden wollende 300 Höhenmeter (gefühlte 2000 Meter würden es besser umschreiben). Mehr oder weniger abgekämpft erreichen wir alle den Gipfel und geniessen für eine Weile den wunderschönen Rundblick, bevor wir die Abfahrt zur Hütte unter die Skis nehmen. Da wir gestern den Regen durchgestanden haben, werden wir mit einem schönen Schäumchen Pulverschnee belohnt.

Nach getaner Arbeit geniessen wir einen gemütlich Abend in der Hütte um am nächsten Tag den Abstieg, teils per Ski aber doch mehrheitlich zu Fuss, hinter uns zu bringen.


Irina M.


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