Schweizer Alpen Club Sektion Manegg Zürich
Sommer-Gebirgskurs 19./20. Juni 2009

06:45Uhr Treffpunkt Sihlpost Zürich. Ich war aufgeregt. Meine erste Bekanntschaft mit der Sektion Manegg stand bevor. Viele Hände geschüttelt, freundliche Gesichter begrüsst und natürlich die meisten Namen wieder vergessen. Dann ging es auch schon ab mit dem Auto nach Wassen und Richtung Sustenpass. Kaum angekommen, wird der Tarif vom Präsidenten persönlich durchgegeben. Tja, habe ich gedacht, da weiss ich wenigstens, wo es langgeht und ehe ich mich versah, bewegte sich die Kolonne von 29 Mann (es waren natürlich auch hochgebirgsfähige Frauen dabei) Richtung Sustlihütte. Alle waren erstaunt, wie schnell und doch gemütlich wir die Hütte erreicht hatten. Nach einem schönen warmen Tee, der Umpackerei unserer Rucksäcke und der Einteilung in verschiedene Grüppchen, gings dann los zu den Kletterfelsen. Verschiedene Posten musste jede Gruppe durchlaufen: Handhabung mit Fussschlingen, Abseilen, Vorstieg, Knotenlehre etc. Die Zeit verging rasend schnell, trotz Kälte, denn das Wetter war durchzogen. Ich glaube, alle hatten sich bereits Gedanken gemacht, was sie alles anziehen sollten, wenns dann am nächsten Tag zum Gletscher ginge. Challenge des Tages: Abseilen über ein steiles Bord.

Abends wieder in der Hütte angekommen, bezogen wir unsere Zimmer. Wie hatte Stefan gesagt: "Voll chefämässige Zimmer sind das"! Damit hatte er Recht. Zum Nachtessen gabs Kartoffelstock mit Goulasch, wobei Luc und Dani so richtig zugeschlagen hatten. Alle waren schlussendlich satt, zufrieden und viele auch ganz müde. Draussen fing es an zu schneien und jede/r hoffte, dass man das schöne Klo, welches außerhalb der Hütte lag, nicht mitten in der Nacht aufsuchen müsse.

Frühstück 07:15Uhr. Leise rieselte der Schnee weiter und dicker Nebel umzingelte die Hütte. Stefan reagierte prompt und besprach sich mit seinen Kollegen. Es war definitiv zu gefährlich in dem Nebel zum Gletscher zu gehen. Zudem war es kalt und nass. Spontan wurde das Programm hüttentauglich gemacht. Das Treppenhaus diente als Gletscherspalte, Rohre als Standplätze, Karten, Kompass und GPS wurden ausgebreitet. Konzentriert wurde gelernt, Erfahrungen ausgetauscht und auch viel gelacht. Mittags war das Wetter gnädiger. Statt zum Gletscher gings zu den Schneefeldern, wo das Gelernte praktisch umgesetzt wurde. Stürze wurden simuliert, wobei alle Führer wie die Wahnsinnigen an den Seilen zogen und mit Freude sahen, dass sie dennoch keine Chance hatten, die ganze Gruppe sehr weit den Berg hinabzuziehen. Alle Spaltenrettungen wurden erfolgreich abgeschlossen und sogar alternative Sicherungsgegenstände demonstriert (eine Zeitschrift kann manchmal sehr viel aushalten!) Nach einem challenge-mässigen Abstieg zu den Fahrzeugen setzte dann auch gnadenlos der Regen ein! Wir waren aber bereits trocken in der Beiz angekommen ;-). Vielen Dank an alle Leiter! Es war grossartig!
Rebecca R.
 
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