06:45Uhr Treffpunkt Sihlpost Zürich. Ich war
aufgeregt. Meine erste Bekanntschaft mit der Sektion Manegg stand bevor. Viele
Hände geschüttelt, freundliche Gesichter begrüsst und natürlich die meisten
Namen wieder vergessen. Dann ging es auch schon ab mit dem Auto nach Wassen und
Richtung Sustenpass. Kaum angekommen, wird der Tarif vom Präsidenten persönlich
durchgegeben. Tja, habe ich gedacht, da weiss ich wenigstens, wo es langgeht
und ehe ich mich versah, bewegte sich die Kolonne von 29 Mann (es waren
natürlich auch hochgebirgsfähige Frauen dabei) Richtung Sustlihütte. Alle waren
erstaunt, wie schnell und doch gemütlich wir die Hütte erreicht hatten. Nach
einem schönen warmen Tee, der Umpackerei unserer Rucksäcke und der Einteilung
in verschiedene Grüppchen, gings dann los zu den Kletterfelsen. Verschiedene
Posten musste jede Gruppe durchlaufen: Handhabung mit Fussschlingen, Abseilen,
Vorstieg, Knotenlehre etc. Die Zeit verging rasend schnell, trotz Kälte, denn
das Wetter war durchzogen. Ich glaube, alle hatten sich bereits Gedanken
gemacht, was sie alles anziehen sollten, wenns dann am nächsten Tag zum
Gletscher ginge. Challenge des Tages: Abseilen über ein steiles Bord.
Abends wieder in der Hütte angekommen,
bezogen wir unsere Zimmer. Wie hatte Stefan gesagt: "Voll chefämässige
Zimmer sind das"! Damit hatte er Recht. Zum Nachtessen gabs Kartoffelstock
mit Goulasch, wobei Luc und Dani so richtig zugeschlagen hatten. Alle waren
schlussendlich satt, zufrieden und viele auch ganz müde. Draussen fing es an zu
schneien und jede/r hoffte, dass man das schöne Klo, welches außerhalb der
Hütte lag, nicht mitten in der Nacht aufsuchen müsse.
Frühstück 07:15Uhr. Leise
rieselte der Schnee weiter und dicker Nebel umzingelte die Hütte. Stefan
reagierte prompt und besprach sich mit seinen Kollegen. Es war definitiv zu
gefährlich in dem Nebel zum Gletscher zu gehen. Zudem war es kalt und nass.
Spontan wurde das Programm hüttentauglich gemacht. Das Treppenhaus diente als
Gletscherspalte, Rohre als Standplätze, Karten, Kompass und GPS wurden
ausgebreitet. Konzentriert wurde gelernt, Erfahrungen ausgetauscht und auch
viel gelacht. Mittags war das Wetter gnädiger. Statt zum Gletscher gings zu den
Schneefeldern, wo das Gelernte praktisch umgesetzt wurde. Stürze wurden
simuliert, wobei alle Führer wie die Wahnsinnigen an den Seilen zogen und mit
Freude sahen, dass sie dennoch keine Chance hatten, die ganze Gruppe sehr weit
den Berg hinabzuziehen. Alle Spaltenrettungen wurden erfolgreich abgeschlossen
und sogar alternative Sicherungsgegenstände demonstriert (eine Zeitschrift kann
manchmal sehr viel aushalten!) Nach einem challenge-mässigen Abstieg zu den
Fahrzeugen setzte dann auch gnadenlos der Regen ein! Wir waren aber bereits
trocken in der Beiz angekommen ;-). Vielen Dank an alle Leiter! Es war
grossartig! Rebecca R.