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Schon am Freitag bei der Tourenbesprechung kündigte sich
an, dass wir wohl mehr als die im Programm angegebene Teilnehmerzahl sein
würden. Es war ein schöner Abend. Wir sassen zur Besprechung draussen, ein
Tisch nach dem andern wurde angebaut, Stühle wurden zusammengerückt und Stefan
als Organisator der Tour rannte mit dem Mobiltelefon hin und her, um noch die
letzten Details zu koordinieren. Wir waren schliesslich 16 an der Zahl, die zum
Nationalfeiertag das Oberaarhorn besteigen wollten.
Am Samstag trafen wir uns beim Grimsel Hospiz. Die meisten
reisten mit ÖV an, nur Alasdair und Stefan kamen mit einer Gruppe Leute mit dem
Wagen angereist. Das war auch unbedingt nötig, um alle Teilnehmer vom Grimsel
Hospiz zum Oberaarsee zu transportieren. So ersparten wir uns alle doch ein
schönes Stück Marsch und konnten im dortigen Restaurant noch gemütlich etwas
trinken. Dann ging es nach einem Gruppenfoto im Sauseschritt dem See entlang,
bis wir nach ca. einer Stunde den Gletscher erreichten. Hier teilten wir uns in
4 Seilschaften auf. Judihui, ich bekam 3 Wüstenfüchse ans Seil! - und los
ging’s bei besten Verhältnissen. Die Steigeisen konnten wir im Rucksack lassen,
der Gletscher präsentierte sich aper und in bester Begehbarkeit. Das
Oberaarhorn zeigte sich auch in seiner ganzen Pracht, nur die restlichen
Berggipfel versteckten sich im milchigen Gewölk. Wir hatten also nicht
optimales Fotowetter, dafür war die Temperatur zum Laufen sehr angenehm. Nach 5
Stunden erreichten wir die wie an den Fels geklebte Oberaarhütte über in den
Felsen eingelassene Eisentritte. Dann kam der gemütliche Teil. Wir nahmen alle
unsere von Stefan eingekauften Aperohäppchen aus unseren Rucksäcken und
übergaben sie dem Hüttenwart zum Aufwärmen im Ofen. Dazu gab es Champagner. Die
Hütte war zum Bersten voll und es kam sogar noch eine grössere Gruppe ohne
Reservation. Der Hüttenwart kam langsam ins Rotieren wegen all den Leuten und
unserem Spezialapéro. Einige von uns griffen ihm deshalb unter die Arme und die
Küchenarbeit wurde aufgeteilt. Draussen wurde es allmählich dunkel und Nebel
zog auf. Zeit für uns, die mitgebrachten Raketen und Feuerwerke abzufackeln.
«Hoffentlich nicht auch noch die Hütte!» dachten sich die einen.
Am nächsten Morgen war um 4 Uhr Tagwacht. Etwas trinken und
los ging es zum Gipfel des Oberaarhorns. Der Aufstieg war etwas steiler als der
Anstieg über den Gletscher, dafür aber wesentlich kürzer. Nach nur einer Stunde
standen wir beim Gipfelkreuz. Leider umhüllte uns aber immer noch dicker Nebel
und wir sahen gar nichts von den umliegenden Berggipfeln. Es war auch kalt und
wir beschlossen, ohne grosse Pause wieder zur Hütte zurück zum Frühstück zu
gehen. Inzwischen war auch der Hüttenwart unter seiner Decke hervorgekrochen.
Den Kaffee am Morgen hatte er glatt verschlafen. Wir liessen es gemütlich
angehen, packten noch unsere Rucksäcke und begannen den langen Abstieg.
Vielleicht waren wir nun doch ein bisschen zu lange beim Frühstück gesessen,
denn nach etwa zwei Stunden Marsch setzte der angekündigte Regen viel zu früh
ein. Kurz vor Ende des Gletschers begann es dann auch noch zu blitzen und zu
donnern und wir legten einen Zacken zu, um rasch vom Gletscher auf den
Wanderweg zu gelangen. Alle erreichten das Restaurant am Oberaarsee in mehr
oder weniger tropfnassem Zustand. Aus meinen Schuhen kippte ich glatt einen
halben Liter Wasser und jemand meinte sogar noch: «Hei, du machst ja den Boden
kaputt». Im Restaurant besorgten wir uns Kehrrichtsäcke, damit wir die
Wagensitze von Alasdair nicht komplett ruinieren würden. Dann ging es ab nach
Hause, wo ich schon um 19 Uhr in der Wanne sass.
Mir hat meine erste Tour mit dem SAC Manegg gefallen und es
ist weder das erste noch das letzte Mal, dass ich so richtig nass heimgekehrt
bin. Das gehört einfach zu den Bergen! Speziellen Dank Stefan für die
Organisation und die 1. August-Überraschung. Meiner Seilschaft und allen
Teilnehmern besten Dank für die nette Gesellschaft. Connie T.
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